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HOMEPAGE DER BIOTOPKARTIERUNG:

BIOTOPKARTIERUNG

„Die nun vorliegende Fortschreibung stellt einen regelrechten Quantensprung in der mehr als zwanzigjährigen Geschichte der Salacher Biotopkartierung dar“, freuen sich Bürgermeister Bernd Lutz und der Vorsitzende des Biotopausschusses, Wolfgang Arnold. Durch die konsequente Digitalisierung der gesamten Kartierung entfallen nämlich die bisher verwendeten gedruckten Broschüren. Diese haben zwar in den Auflagen von 1989 und 1999 viele Jahre lang wertvolle Dienste geleistet, waren aber in der Herstellung sehr kostenaufwendig und im Zeitalter des Internets auch nicht mehr wirklich zeitgemäß. Als im Jahr 2010 über eine erneute Fortschreibung der Biotopkartierung diskutiert wurde, war daher schnell klar, dass nur eine digitale Version zukunftsfähig sein würde. Hierfür waren aber zunächst sehr umfangreiche Vorarbeiten erforderlich, da die Daten aus den Jahren 1989 und 1999 eine wichtige Grundlage für die geplante Fortschreibung waren und daher digital erfasst werden mussten. Doch die Mühe hat sich gelohnt, da die digitale Biotopkartierung (www.biotopkartierung-salach.de) nun mit Funktionen aufwarten kann, welche selbst eingefleischte Anhänger der bisherigen Druckfassung begeistern dürfte:
  • Biotopdatenbank mit Suchfunktion (Volltextsuche sowie Suche nach Biotop-Nummer, Jahr der Erstkartierung, Flächentyp und Flurkartenblatt)
  • 168 Biotop-Steckbriefe mit Foto, Lagebeschreibung, GPS-kompatibler Koordinatenangabe im Format WGS84 (inkl. Link zur Anzeige der Lage des Biotops in GoogleMaps) sowie Link zum zugehörigen Flurkartenblatt
  • Digitale Flurkarten mit eingeblendetem Luftbild, Zoomfunktion und zeichnerischer Darstellung der Biotope im Farbsystem schwarz (Erstkartierung 1989), grün (1999) und rot (2011)
  • Umfangreiche Fotodokumentation
  • Wer einmal den direkten Vergleich mit den früheren Druckfassungen anstellen möchte, wird im digitalen Archiv fündig, wo alle Unterlagen der Biotopkartierungen 1989 und 1999 abrufbar sind.

„Die in Salach praktizierte regelmäßige Aktualisierung und Präsentation einer örtlichen Biotopkartierung im Internet ist im Landkreis Göppingen wohl einzigartig und dürfte auch in Baden-Württemberg - zumindest bei Gemeinden in der Größenordnung Salachs - eher die Ausnahme darstellen“, so Dr. Helmuth Zelesny. Der Diplom Agrarbiologe hat bereits die Kartierungen 1989 und 1999 fachlich koordiniert. Er ist hauptberuflich tätig als stellvertretender Referatsleiter im Referat Arten- und Biotopschutz des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Auf der Gemarkung Salach kennt sich Dr. Zelesny mittlerweile bestens aus, nicht zuletzt weil er für die aktuelle Kartierung sämtliche 168 Biotope begehen musste und dabei auch die seit 1999 eingetretenen Veränderungen dokumentiert hat: „Das Erscheinungsbild der Gemarkung Salach hat sich nicht wesentlich verändert. Änderungen erfolgten weniger durch die Land- und Forstwirtschaft, sondern sind der Bebauung und Infrastrukturmaßnahmen geschuldet. Biotope wurden durch die Flächenversiegelung in den letzten 20 Jahren - von einigen Ausnahmen abgesehen - weniger direkt betroffen, da sie vor allem außerhalb des Ortsbereichs liegen.“ Der Fachmann weist jedoch ebenfalls darauf hin, dass einige Biotope durch mangelnde Pflege oder Nutzungsaufgabe beeinträchtigt wurden. Hinzu komme außerdem, dass nur vergleichsweise wenige Empfehlungen aus den Kartierungen von 1989 und 1999 umgesetzt worden seien, was aber häufig in den Eigentumsverhältnissen der für die Umsetzung benötigten Grundstücke begründet liege. Dr. Zelesny appelliert daher an die Gemeindeverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger - allen voran die Landbewirtschafter -, zukünftig weitere Maßnahmenvorschläge mit Leben zu erfüllen um die Biodiversität und Vielfältigkeit der Landschaft zu steigern. Besondere Bedeutung kommt deshalb dem 66 Positionen umfassenden Maßnahmenkatalog zu, der mit Prioritätsstufen versehene Empfehlungen zur ökologischen Aufwertung ausgewählter Flächen enthält. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Maßnahmenkatalog nur empfehlenden Charakter hat. Da die Biotope überwiegend auf Privatgrundstücken liegen, ist in der Regel eine Umsetzung von Maßnahmen nur im Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern möglich. Auf gemeindeeigenen Grundstücken hingegen wird eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen angestrebt, sofern dies finanziell und von den sonstigen Rahmenbedingungen her realisierbar ist.

Ermöglicht wurde die Fortschreibung der Biotopkartierung durch das Zusammenwirken vieler Beteiligter, denen ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung dieses Projekts gebührt. Dieser Dank gilt auch dem Land Baden-Württemberg, das mit einem Zuschuss aus dem Förderprogramm „Landschaftspflegerichtlinie“ das Projekt kofinanziert hat.
 

Wissenswertes über die Biotopkartierung

Entstanden ist die Biotopkartierung als Projekt des Arbeitskreises „Natur, Umwelt und Landwirtschaft“, der umgangssprachlich als „Biotopausschuss“ bezeichnet wird. In diesem Gremium sind Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der Naturschutzorganisationen, der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes sowie weiterer Vereinigungen mit Bezug zum Thema Natur-/Umweltschutz und auch Mitglieder des Gemeinderates vertreten. Aufgrund dieser Zusammensetzung verfügt der Biotopausschuss über ausgesprochen detaillierte Fach- und Ortskenntnisse, die anlässlich mehrerer Sitzungen und Ortsbegehungen in die Biotopkartierung eingebracht wurden. Der Biotopausschuss hat daher die Biotopkartierung in der nun vorliegenden Form dem Gemeinderat zur Beschlussfassung empfohlen.
  • Die Biotopkartierung hat vielfältige Funktionen:
  • Dokumentation des Bestandes der Tier- und Pflanzenwelt sowie von Lebensräumen zu einem bestimmten Stichtag (1989 - 1999 - 2011)
  • Feststellung von positiven wie negativen Veränderungen durch Vergleich der Bestandsaufnahmen zu bestimmten Stichtagen
  • Ableitung eines Maßnahmenkataloges aus der Bestandsaufnahme, welcher beispielsweise auch bei der Suche nach Ausgleichsmaßnahmen für das Ökokonto hilfreich ist.
  • Instrument zur Feststellung von naturschutzrechtlichen Planungskonflikten bei der Aufstellung von Bauleitplänen und im Baugenehmigungsverfahren
  • Fachliche Begründung und Unterstützung von Förderanträgen für Naturschutzmaßnahmen (z.B. Landschaftspflegerichtlinie)
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Belange des Naturschutzes („Nur was man kennt, kann man schützen“).
  • Nachschlagewerk und Leitfaden für die an der Erstellung der Biotopkartierung Beteiligten (Naturschutzorganisationen und sonstige Vereine, Landwirte, engagierte Privatpersonen etc.)

  • Gemeinde Salach
  • Rathausplatz 1
  • 73084 Salach
  • Telefon: 07162 4008-0
  • Fax: 07162 4008-70
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