Buergermeister Julian Stipp

Die Pläne werden präsentiert

Detail aus einem Modell

IBA-Intendant Andreas Hofer

Städtebaulicher Wettbewerb Quartier Mühlkanal

Am Freitag, dem 27.09.2019 wurden im Rahmen der zweiten Bürgerwerkstatt die ersten Zwischenergebnisse der drei am Wettbewerb beteiligten Architekturbüros vorgestellt. Zahlreiche Salacherinnen und Salach nutzten die Gelegenheit, die Entwürfe mit den Architekten zu diskutieren.

Eine Vielfalt von Lösungsmöglichkeiten für das neue Salacher Quartier Mühlkanal zeigten drei namhafte Architekturbüros  im Foyer der Stauferlandhalle auf. Die Spannung war am vergangenen Freitag förmlich mit Händen zu greifen. Nachdem die Salacher in zwei Planungswerkstätten ihre Wünsche und Vorstellungen für das neue Quartier formuliert hatten, war die Neugierde groß, wie die Architekturbüros im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs die komplexen Anforderungen städtebaulich umsetzen würden. Einen ganzen Tag lang hatten sich zuvor ein stark besetztes Expertenteam mit IBA-Intendant Andreas Hofer an der Spitze sowie Vertreter des Gemeinderats mit den Entwürfen der drei Büros befasst, bevor dann die Bürger zu Wort kamen.

Nach jahrelangem Stillstand auf dem Schachenmayr-Areal sprach Bürgermeister Julian Stipp von einer phänomenalen Entwicklung in den vergangenen Monaten seit das Quartier in das Netzwerk der Internationalen Bauausstellung Stadt-Region Stuttgart 2017 (IBA) aufgenommen wurde. Der Rathauschef äußerte sich begeistert ob der Vielfalt der aufgezeigten Lösungsmöglichkeiten. „Sie werden tolle Erkenntnisse gewinnen“, stimmte Stipp die Bürger auf die Präsentation der Entwürfe ein. „Salach ist der Prototyp“, erklärte Andreas Hofer, das Schachenmayr sei unter den derzeit 72 Projekten im Netzwerk eine Art Referenzprojekt. Es gehe darum, das Quartier so zu entwickeln, dass es für die Kommune und die dort lebenden Menschen passe.

Die Bereitschaft, das Quartier „Hand in Hand“ zu entwickeln, sei ungebrochen, stellte Rathauschef Stipp erfreut fest. Das stellten die Bürger sodann gleich unter Beweis. An den drei Dialogstationen wurden die Entwürfe der Architekten gründlich unter die Lupe genommen. Mit Fragen wurde ebenso wenig gespart, wie mit Lob und Kritik. Wo ist der Biergarten, wo der Spielplatz? Dieses Gebäude ist zu lang für Salach, die Parkplätze reichen nicht aus und vieles mehr wurde geäußert. Konzentriert setzten sich die Salacher mit den Plänen auseinander und diskutierten engagiert mit den Planern. „So haben wir uns den Abend vorgestellt“, freute sich IBA-Projektleiterin Inge Horn, auch wenn am Ende nicht ganz so viel auf die vorbereiteten Karteikärtchen geschrieben worden sei, wie sich die Organisatoren das vorgestellt hatten. „Man merkt, dass die Kultur der Bürgerbeteiligung gelebt wird“, zog Bürgermeister Julian Stipp ein Fazit des Abends.

Die Entwürfe im Einzelnen:


BeL Sozietät für Architektur, Köln:
Das Mehrgenerationenhaus bildet von der Unterführung Dole den Zugang vom Schachenmayr-Areal zu den Krautländern mit dem großen Bürgerpark. In den historischen Gebäuden auf dem Schachenamyr (Döcker, Lederer, Alte Spinnerei) sind Co-Working-Spaces und nur wenige Wohnungen in den Dachgeschossen vorgesehen. In den Sheddachhallen sei unter anderem eine Markthalle denkbar, erklärte Prof. Anne-Julchen Bernhardt. Der Entwurf sieht östlich der Hallen ein weiteres Gebäude vor, das mit der bestehenden Bebauung einen Hof bildet. Die Wohnbebauung wird durch ein Parkhaus und einen langgestreckten Baukörper auf Stelzen (Zufahrt zum Parkhaus) entlang der Bahnlinie abgeschirmt. Südlich davon sind 42 Reihenhäuser in kompakten Wohnhöfen angeordnet. Am Ende jeder Reihe ist ein Geschossbau platziert. Besonders würdigten die Experten und die  Planungsgruppe den großzügigen Landschaftspark mit Gärten und einem neu angelegten Kanal zur Fils hin. Auch hier müsse die Zahl der Parkplätze (40 Prozent) überarbeitet werden.

Entwurf als Download:
BeL - Sozietät für Architektur

Architekten Hähnig-Gemmeke, Tübingen:
Die Tübinger Architekten stellten abweichend von der Aufgabenstellung einen neuen Vorschlag für die Gestaltung des Bereichs Krautländer zur Diskussion. Statt eines Bürgerparks schlagen die Architekten dort in Ergänzung des Mehrgenerationenhauses mit Kita eine Wohnbebauung vor. „Wir wollen das Potenzial bündeln“, erklärte Prof. Mathias Hähnig bei der Präsentation des Entwurfs an der Dialogstation.  Der Park erstreckt sich entlang der Fils, die aufgeweitet werden soll. Der Entwurf sieht  eine verdichtete, für rund 800 Bewohner ausgelegte Bebauung des Schachenmayr-Areals vor,  das fußläufig von der verbreiterten Unterführung Dole über einen Boulevard erschlossen wird. Das Döcker-Gebäude als Experimenthaus, das Lederer-Gebäude ein Wohnhaus mit Innenhof und die ehemalige Spinnerei ein Hochschulstandort, nordöstlich ergänzt um eine sogenannte Plantfactory stellen sich die Architekten für die drei denkmalgeschützten Gebäude vor. Östlich davon soll entlang der Bahnlinie ein langgestrecktes „Parkregal“ entstehen, das zugleich die südlich als Lärmschutz dient. Nach Süden schließen sich drei als Wohnhöfe gruppierte und nach Süden geöffnete Gebäudekomplexe mit gemeinschaftlich nutzbaren Dachterrassen an. Davor platzieren die Tübinger noch sechs Mehrfamilienhäuser. Die gewünschten Reihenhäuser sind östlich der Wohnhöfe platziert. In den Sheddachhallen stellen sich die Planer kleine Werkhöfe und ebenfalls Wohnungen vor. Auf einer Freifläche zum Park hin biete sich eine gastronomische Nutzung an.

Entwurf als Download:
Hähnig Gemmeke Architekten

Architekturbüro helsinkizurich:
Mehrgenerationenhaus und Kita sind  als langgestrecktes Gebäude im nördlichen Bereich der Krautländer platziert mit anschließendem Bürgerpark. Eine zielgruppendefinierte Wohnbebauung kennzeichnet die Überplanung des Schachenmayr-Areals. Co-working-spaces und ein kleines Museum werden für das Döcker-Gebäude vorgeschlagen. Im danebenliegenden Lederer-Gebäude soll es oben durch einen Innenhof begehbare Maisonettewohnungen sowie Kleingewerbe oder Bewegungsräume geben. Die alte Spinnerei soll oben Wohnungen mit eingezogenen Loggien erhalten. Die bestehende Bebauung wird um ein sogenanntes Punkthaus (kleine Wohnungen) ergänzt sowie östlich um einen an die Arbeitersiedlungen der 20er-Jahre angelehnten, langgestreckten sechseckig angelegten Wohnhof mit einem gemeinschaftlichen Grünbereich im Inneren. Ein mehrgeschossiges Gebäude im Norden, dessen Wohnbereich nach Süden ausgerichtet ist, soll als Lärmschutz dienen. Die südlich Reihenhäuser platzierten Reihenhäuser haben kleine Privatgärten. In den Sheddachhallen seien Loft- und Atelierwohnungen sowie  eine Multifunktionshalle denkbar. Auf dem gesamten Areal sind großzügige Freiräume vorgesehen. Für große Diskussionen unter den Experten sorgten die Plätze in den beiden östlich und westlich angelegten Parkhäusern, die als zu gering angesehen wurden.

Entwurf als Download:
helsinkizurich Architekten

Die Architekturbüros haben nun bis Ende November Zeit, die Anregungen der Experten und Bürger in ihre Entwürfe einzuarbeiten. Nach einer rechnerischen Überprüfung gibt es am 16. Dezember die Schlusspräsentation für die Experten, im Januar sollen die Pläne in einer Ausstellung öffentlich gezeigt werden.

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