Schachenmayr-Areal

Foto: Giacinto Carlucci

Gemeindenachricht

IBA'27 - Salach ist in der engeren Wahl!


Die Gemeinde im Mittleren Filstal marschiert mit
Riesenschritten auf die Internationale Bauausstellung
Stadt-Region Stuttgart 2027 zu und mischt bei den Großen
kräftig mit.

„Das ist wirklich eine Wucht“, fasst Salachs Bürgermeister Julian Stipp
seine Begeisterung in Worte und sagt damit auch viel über die
Gemütslage seines Rathausteams. Seit nunmehr zwei Jahren dreht sich
in der Gemeinde zwar nicht alles, aber sehr viel um die Entwicklung des
künftigen Quartiers Mühlkanal. Ein Jahrhundertprojekt für die 8000
Einwohner zählende Kommune, das nun auf dem Weg zur
Internationalen Bauausstellung (IBA’27), die 2027 in Stuttgart und der
Region stattfindet, eine weitere Hürde genommen hat. Das Salacher
Vorhaben hat es unter rund 70 Anwärtern, die bereits in das IBA-Netzwerk aufgenommen wurden, in den Kreis von 13 Projekten geschafft,
denen der Aufsichtsrat der IBA das Potenzial für die Weiterentwicklung
als Ausstellungsort der Internationalen Bauausstellung bescheinigt.

Von Beginn an hat die Kommune konsequent den Weg eingeschlagen,
auf der historischen Industriebrache Schachenmayr-Areal, wo bis Anfang
der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Wolle und Garne
gesponnen wurden, hohe städtebauliche Qualität mit einem
ganzheitlichen, sozialen Quartierskonzept zu verbinden. Dies wird nun
mit der Nominierung zum IBA’27-Projekt belohnt. „Wir sind unglaublich
stolz und dankbar für die Möglichkeit, Teil der traditionsreichen und
wegweisenden Internationalen Bauausstellungen zu sein“, erklärt Julian
Stipp. Salach gehöre zu den wenigen Kommunen, die diese Ziellinie
überschritten haben. „Zumal wir in dieser Runde weiterhin die kleinste
Kommune in der Region Stuttgart sind, der dieser Schritt gelungen ist“,
betont der Rathauschef.

„Die innerörtlichen Bereiche „Schachenmayr-Areal“ und „Krautländer“,
die Bestandteil des Quartiers „Mühlkanal“ sind, stellen in städtebaulicher
Hinsicht auch durch ihre Lage in unmittelbarer Nähe zur Ortsmitte das
wichtigste Potenzial für die städtebauliche Entwicklung Salachs der
kommenden Jahre dar“, erläutert Salachs Bauamtsleiter Hannes-Dietrich
Keyn. Diese Bereiche seien deshalb sorgfältig zu entwickeln und zu
vitalisieren. Neben seriellen, modularen, nachhaltigen und ökologischen
Neubauten sollen die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude
denkmalgerecht saniert und umgenutzt werden, sowie im Bereich der
Krautländer ein Mehrgenerationenhaus und öffentliche Grünfläche als
sozial-/kulturelles Bindeglied zwischen Schachenmayr-Areal und
Ortsmitte gebaut werden. Dies sei eine sehr komplexe und
anspruchsvolle Aufgabe, erläutert Rathauschef Stipp.

Die Gemeinde habe bei der Entwicklung des neuen Quartiers schon
bislang sehr vom IBA-Netzwerk und vor allem von der intensiven
fachlichen Begleitung durch die IBA-Projektbetreuerin Inge Horn
profitiert, sagt Stipp. Die Aussicht auf die Bauausstellung lockte im
vergangenen Jahr drei namhafte Architekturbüros, beim städtebaulichen
Wettbewerb ihre Entwürfe in den Ring zu werfen. Dabei setzte sich der
Entwurf des international tätigen Büros „helsinkizurich“ mit Cadrage
Landschaftsarchitekten klar durch. Den Architekten aus Helsinki und
Zürich sei es gelungen, die Planung für das Schachenmayr-Areal auf ein
hohes Niveau zu heben, das Historie und Zukunft wegweisend verbinde,
so Stipp. Die Architekten haben ihren Siegerentwurf inzwischen
überarbeitet, so dass das Gelände entsprechend den IBA-Kriterien
dichter bebaut wird. So sind nun südlich der in flachen Winkel
angeordneten 44 Reihenhäuser im östlichen Baufeld drei langgezogene
Baukörper mit Geschosswohnungen. Beide Bauformen bilden eine Art
Hofsituation. Ein ursprünglich vorgesehenes Parkhaus im Westen des
Schachenmayr-Areals entfällt ebenso zugunsten von Wohnungen wie
ein von den Architekten zunächst vorgesehenes Gemeinschaftshauses
südlich des ehemaligen Spinnereigebäudes. Damit böte das Quartier
Wohnraum für rund 730 Menschen, was für Salach ein Wachstum um
fast neun Prozent bedeutet.

„Wichtig war uns deshalb von Anfang an, die soziale Entwicklung des
Quartiers mit der baulichen Entwicklung parallel zu denken und eine gute
soziale Durchmischung und die Entstehung einer caring community zu
erreichen“, erklärt Salachs Hauptamtsleiterin Gabriele Dory. Dabei
orientiere man sich am Vorbild der Firma Schachenmayr, die 100 Jahre
lang soziale Verantwortung für die Gemeinde gezeigt habe. Dies müsse
in heutiger Zeit die Kommune übernehmen. Ganz wesentlich zum
Gelingen der Integration der neuen Einwohner des Schachenmayr-
Geländes in die Gemeinschaft Salachs sollen die Kita und das
Mehrgenerationenhaus auf den Krautländern beitragen. Auf kurzem
Wege durch das künftig attraktive Dohle fänden sie hier viele
Begegnungs- und Unterstützungsangebote.

„Die Entwicklung des Quartiers Mühlkanal zusammen mit der IBA ist
eine einmalige Chance für Salach, über die wir uns sehr freuen“ sagt
Salachs Kämmerin Barbara Fetzer. Sie sei jedoch in finanzieller Hinsicht
auch eine Herausforderung. Deshalb sei es wichtig, vorhandene
Ressourcen zu bündeln und diese intelligent und zielführend
einzusetzen, um so für ganz Salach ein gewinnbringendes Quartier zu
schaffen. „Sollte hierfür neben den Bestandsgebäuden weiterer
Grunderwerb erforderlich sein, werden wir in entsprechende
Verhandlungen gehen“, so Fetzer. Das Ziel, Ausstellungsort der IBA’27
zu werden, bleibt also fest im Blick. Julian Stipp ist optimistisch, dass
Salach weiter im engen Kreis bleibt. Jedoch auch wenn das Quartier
Mühlkanal kein Ausstellungsort werde, werde es allemal ein
Vorzeigeprojekt sein mit bislang einmaligen Dimensionen im Landkreis
Göppingen und mit Strahlkraft darüber hinaus.

Die nächsten Schritte: Im September wird die Gemeinde einen
Wettbewerb für das Mehrgenerationenhaus in den Krautländern
ausschreiben. Ebenfalls im September ist die dritte Bürgerwerkstatt
vorgesehen, bei der sich die Salacher wieder aktiv einbringen können.
Die Bürgerbeteiligung ist wesentlicher Bestandteil der Entwicklung des
künftigen Quartiers Mühlkanal und im IBA-Planungsprozess
festgeschrieben.


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