Volkstrauertag 2017

Gemeindenachricht

Volkstrauertag 2017


Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag
 
Auch in diesem Jahr versammelten sich nach dem Glockengeläut zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bei der Gefallenengedächtnisstätte auf dem Friedhof zur traditionellen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag.
 
Der Volkstrauertag ist seit 1919 ein Tag der Erinnerung an Krieg und Gewalt, ein Tag des stillen Gedenkens an die Toten. Der Volkstrauertag ist aber auch ein Tag der Besinnung, der von uns allen eine Antwort einfordert auf die Frage, wie wir heute auf Krieg, Gewalt und Terror reagieren. Der Volkstrauertag soll einen Beitrag dazu leisten, dass uns die Opfer von Krieg und Terror nicht gleichgültig sind.
 
Nachfolgend veröffentlichen wir einen Teil der Ansprache von Bürgermeister Julian Stipp:
 
„Am kommenden Wochenende hätte eine deutsche Delegation aus Salach in unsere französische Partnergemeinde Fougerolles reisen sollen. Leider musste die Reise von französischer Seite her kurzfristig abgesagt werden, weshalb im Frühjahr 2018 ein neuer Termin angestrebt wird.
 
Dass überhaupt eine solche Einladung einer französischen an eine deutsche Gemeinde erfolgt, wäre vor nur 100 Jahren noch undenkbar gewesen. Im Jahr 1917 standen sich Deutsche und Franzosen in Schützengräben gegenüber und auch die Jahre nach dem 1. Weltkrieg waren von Argwohn und Feindseligkeiten geprägt, bis sie in der erneuten Katastrophe des 2. Weltkrieges mündeten. Gedenkstätten wie Verdun oder die jüngst von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron eröffnete Gedenkstätte am Hartmannsweilerkopf in den Vogesen sind eindrucksvolle Zeugen der Brutalität und Zerstörungswut kriegerischer Konflikte, die vom Irrtum geprägt sind, dass sich eine Nation der anderen Nation überlegen fühlt.
 
Es waren große Staatsmänner, die die Feindschaft von einst, zur Freundschaft von heute umgemünzt haben. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, Valéry Giscard d´Estaing und Helmut Schmidt, Francois Mitterrand und Helmut Kohl – sie alle haben dafür Sorge getragen, dass Frankreich und Deutschland heute zum Motor der europäischen Integration geworden sind.
 
Wir durften erleben, wie aus der Tragödie des europäischen Kontinents der Einigungswille europäischer Völker hervorgegangen ist. Wie in Abkehr von totalitären Ideologien der Wille zum Aufbau demokratischer Gesellschaften gesiegt hat. Und wie im Nachkriegsdeutschland zunächst der Westen, dann der Osten die Chance erhielt zu einem Neubeginn in Freiheit und Demokratie.
Wenn ich jedoch heute auf Europa blicke, mache ich mir auch Sorgen. Populisten in ganz Europa propagieren erfolgreich die Wiedereinführung nationaler Abschottung. Mit Großbritannien verlässt erstmalig ein Land die Europäische Union. Bei allen Schwierigkeiten, bei aller Schwerfälligkeit und bei aller Bürokratie, die die europäische Zusammenarbeit ebenso mit sich bringt, sollten wir nicht leichtfertig vergessen, dass es sich bei der Europäischen Union vor allem um eines handelt – nämlich um das bisher größte Friedensprojekt unseres Planeten. Lassen Sie uns die Idee einer Europäischen Union nicht leichtfertig zunichtemachen.
 
Seit Jahren wissen wir, dass die kriegerischen Konflikte, näher an uns heranrücken. Wir leben in Zeiten, in denen auch deutsche Soldaten an internationalen Einsätzen teilnehmen, in denen sie zu Opfern dieser Art der Kriegführung werden können. Gezielte Provokationen wie zuletzt in Nordkorea machen diplomatische Bemühungen der internationalen Gemeinschaft dabei nicht leichter.
 
Zudem leben wir in Zeiten, in denen wir Opfer einer neuen Art von Krieg beklagen. Es sind dies die Opfer von Terroristen, die im Namen einer fundamentalen Ideologie zum Kampf gegen die Demokratien, gegen universelle Werte und gegen Menschen aufrufen, die ihrer barbarischen Ideologie nicht folgen.
 
Der  Anschlag vor einem Jahr auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz hat uns Deutschen besonders bewusst gemacht, wie verletzlich auch wir sind. Der Anschlag galt jedoch nicht nur Deutschland, sondern auch der offenen Gesellschaft, der Lebensweise der Freiheit und Gleichheit in Europa und in der ganzen Welt.
 
Jene, die solche Taten verüben oder gutheißen, sie müssen wissen: Die Gemeinschaft der Demokraten ist stärker als die Internationale des Hasses; wir beugen unser Haupt vor den Toten, niemals aber beugen wir uns dem Terror.“
 
Im Anschluss legten Bürgermeister Stipp und die Vertreterin des VdK-Ortsverbandes, Katharina Volk, als äußeres Zeichen des Gedenkens je einen Kranz an der Gefallenengedächtnisstätte nieder.
 
Die Schülerin Sophia von Bargen trug ein Friedensgedicht vor und entzündete die Kerze zum Gedenken an die Opfer und Gefallenen.
 
Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung zudem vom Musikverein Salach, dem Liederkranz Salach sowie von Fahnenabordnungen der Feuerwehr, des Liederkranzes, des Musikvereins und der TSG Salach.

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