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Salach gestern und heute
 Aquarell von Burg Staufeneck aus dem Jahre 1810
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Erstmals erwähnt wurde Salach im Steuerregister der Diözese Konstanz aus
dem Jahre 1275. Nachdem hier eine eigene Pfarrei „Salhach“ genannt wurde, ist
klar, dass die Ansiedlung schon früher bestanden hatte. Sie gehörte zur
Herrschaft Staufeneck, und bis 1790 war die Burg das Verwaltungszentrum. Die
Herren von Staufeneck waren Dienstmannen der Staufer, ihre Burg erbaute
Friedrich von Staufeneck, was in einer Urkunde des Jahres 1257 zu lesen steht.
Nachdem die Burg zunächst über keine eigenen Wirtschaftgebäude verfügte, ist
anzunehmen, dass die Herren von Staufeneck hier unfreie Bauern ansiedelten. Der
Ortsname Salach bedeutet „Salweidengebüsch“. Staufeneck war ursprünglich ein
reicher Besitz, der sich vom Filstal bis nach Cannstatt erstreckte und durch die
Patronatsrechte auch kirchlichen Einfluss ausübte. Doch wegen wirtschaftlicher
Probleme musste die Herrschaft bereits 1333 an die Herren von Rechberg verkauft
werden. Auch diese gehörten zu den wichtigsten Dienstmannen der Staufer. Unter
ihrer Herrschaft wurde die Burg weiter ausgebaut und im Dorf entstand als
wichtigstes Bauwerk die Pfarrkirche, die heutige evangelische Margaretenkirche.
Sie wurde als typische Dorfkirche mit einer wehrhaft wirkenden Chorturmanlage
erbaut. Von der Reformation bis 1905 diente sie Katholiken und Protestanten
gemeinsam als Kirche.
Das „Filstalpanorama“ von 1534 zeigt ein zwar sehr
kleines Dorf, das aber mit seinen ziegelgedeckten Häusern durchaus von einigem
Wohlstand zeugt. Nach einer Zeit der ruhigen Entwicklung brachen mit dem
Aussterben der rechbergischen Hauptlinie, den Wirren der Reformation und dem
Dreißigjährigen Krieg auch für Salach unruhige Zeiten an, die sich erst mit der
Übernahme der Herrschaft durch den Grafen von Degenfeld wieder beruhigten. Pest,
Hunger, Krieg und Belagerung hatten jedes Wachstum gelähmt. Erst nach 100 Jahren
wurde wieder ein Einwohnerstand von 300 Menschen erreicht. Mit der Einführung
der Reformation kam 1608 erstmals die Schule ins Dorf. Regelmäßiger Unterricht
fand jedoch erst 1673/74 in den Räumen des Pfarrhauses statt. 200 Jahre später
wurde das erste gemeindeeigene Schulhaus eingeweiht. Wegen der starken
Bevölkerungszunahme wurde bereits 1909 ein weiteres Schulgebäude errichtet,
benannt ab 1957 nach dem wohl bedeutensten Sohn des Ortes: dem Benediktinerpater
Anselm Schott, der mit seinem 1884 herausgegebenen Volksmessbuch zum Begründer
der katholischen Liturgieerneuerung wurde. Nach einer umfassenden Renovierung
des denkmalgeschützten Gebäudes ist die Schottschule 1991 zum Rathaus - und zu
einem der attraktivsten Verwaltungsgebäude im Kreis Göppingen- geworden. Der
Schulbetrieb mit Grund-, Haupt- und Werkrealschule wird in der 1955 eingeweihten
- und inzwischen mehrfach erweiterten - Staufeneckschule durchgeführt.
Bis in die Neuzeit war
Salach eine rein bäuerliche Ansiedlung, doch schon die Herren von Degenfeld
ermöglichten 1768 die Gründung einer „Taback und Grapp-Fabrique“. Mit der
Eingliederung ins Königreich Württemberg und mit der neuen Verwaltung durch
Dorfschultheiß und Gemeinderat setzte sich früh im 19. Jahrhundert ein
wirtschaftlicher Aufschwung fort. Bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts kamen
täglich zahlreiche Pendler nach Salach, ebenso viele Fremdarbeiter, vor allem
aus Italien. Zwischen 1800 und 1900 hatte sich die Einwohnerzahl verfünffacht.
Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung entfaltete sich auch ein reges
Vereinsleben. 1858 wurde als erster der Gesangsverein Salach gegründet, der
heutige Liederkranz. Aus der 1856 entstandenen Musikkapelle des Fabrikanten
Friedrich Bareiß entwickelte sich der Musikverein. Seit 1882 gibt es die TSG
Salach. Bereits 1867 gab es eine Salacher Ortsfeuerwehr, mithin lange bevor die
Gemeinden vom Land zur Gründung verpflichtet wurden.
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Gedenktafel Pater-Anselm-Schott
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 Burgruine Staufeneck heute |
Von den beiden Weltkriegen blieb die Gemeinde nicht verschont. Galten nach
1918 die Hauptanstrengungen der Linderung der wirtschaftlichen Nöte der
Betroffenen, so mussten nach 1945 ein Strom von Flüchtlingen versorgt und ins
Gemeindewesen integriert werden, obwohl es auch im Dorf selbst am Nötigsten
fehlte. Mit Unterstützung der Industrie und mancher gemeinnützigen Einrichtung
entstanden aus der Not heraus neue Wohngebiete. Ein wirtschaftlicher Aufschwung
stellte sich ein.
Heute zeigt sich Salach mit 7.700 Einwohnern als
modernes Gemeinwesen. Mit dem ersten gemeindeeigenen Kindergarten, der 1927 in
der Lange Straße als Stiftung des Fabrikantenehepaars Bareiß eingerichtet wurde,
sind zwischenzeitlich insgesamt vier Einrichtungen mit 13 Kindergruppen
vorhanden. Bereits seit 1933 gibt es das „Schachenmayr-Freibad“ mit seiner
unverwechselbaren attraktiven Anlage.
1993 konnte ein Komplex mit
betreuten Altenwohnungen am Standort des ehemaligen Rathauses eingeweiht werden.
2000 folgte eine Erweiterung der Seniorenwohnanlage am Fougerollesplatz.
Zahlreiche Vereine haben im Vereinshaus Weberstrasse eine neue Heimat gefunden.
Ein Sportanlage mit Halle und Sportplatz bei der Schule steht zur Verfügung.
Durch die Sanierungen „Ortmitte“ und „Alter Ortskern“ konnte die Ortsmitte neu
gestaltet und geordnet werden. Die Beseitigung des schienengleichen
Bahnübergangs sorgt im Ortszentrum für fließenden Verkehr. Mit der Ausweisung
neuer Gewerbeflächen leistet die Gemeinde einen aktiven Beitrag zur
Wirtschaftsförderung.
Als eine der ersten Gemeinden im Land setzte
Salach unmittelbar nach Kriegsende ein Zeichen der Freundschaft durch die
Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Fougerolles im Department Haute
Saône.
Seine Selbstständigkeit konnte sich Salach bei der ab 1969
vorgenommenen Gemeindereform dadurch bewahren, dass es mit seinen
Nachbargemeinden Eislingen und Ottenbach einen Verwaltungsverband schloss. Schon
vorher war die Gemeinde Zweckverbänden, wie etwa zur Trinkwasserversorgung und
zur Abwasserbeseitigung, beigetreten.
Erinnerungen an die geschichtliche Entwicklung werden seit Sommer 2003 vom
"Arbeitskreis Kleindenkmale" aufgearbeitet. Beispielhaft können hierzu das
Sühne- und Bußkreuz als Denkmal mittelalterlichen Rechtsbrauchtums im 15.
Jahrhundert, der Trinkspringbrunnen am Rathaus aus dem Jahr 1909 oder der
Bürgerbrunnen auf dem Marktplatz aus dem Jahr 1985 genannt
werden.
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Bildserie Kleindenkmale
 Sühnekreuz
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Trinkspringbrunnen am Rathaus aus dem Jahr 1909
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Wappen im Burghof
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