Salach, 13.08.2009
URL: http://www.salach.de/geschichte.html

Geschichte


Salach gestern und heute


Aquarell von Burg Staufeneck aus dem Jahre 1810
Erstmals erwähnt wurde Salach im Steuerregister der Diözese Konstanz aus dem Jahre 1275. Nachdem hier eine eigene Pfarrei „Salhach“ genannt wurde, ist klar, dass die Ansiedlung schon früher bestanden hatte. Sie gehörte zur Herrschaft Staufeneck, und bis 1790 war die Burg das Verwaltungszentrum. Die Herren von Staufeneck waren Dienstmannen der Staufer, ihre Burg erbaute Friedrich von Staufeneck, was in einer Urkunde des Jahres 1257 zu lesen steht. Nachdem die Burg zunächst über keine eigenen Wirtschaftgebäude verfügte, ist anzunehmen, dass die Herren von Staufeneck hier unfreie Bauern ansiedelten. Der Ortsname Salach bedeutet „Salweidengebüsch“.
Staufeneck war ursprünglich ein reicher Besitz, der sich vom Filstal bis nach Cannstatt erstreckte und durch die Patronatsrechte auch kirchlichen Einfluss ausübte. Doch wegen wirtschaftlicher Probleme musste die Herrschaft bereits 1333 an die Herren von Rechberg verkauft werden. Auch diese gehörten zu den wichtigsten Dienstmannen der Staufer. Unter ihrer Herrschaft wurde die Burg weiter ausgebaut und im Dorf entstand als wichtigstes Bauwerk die Pfarrkirche, die heutige evangelische Margaretenkirche. Sie wurde als typische Dorfkirche mit einer wehrhaft wirkenden Chorturmanlage erbaut. Von der Reformation bis 1905 diente sie Katholiken und Protestanten gemeinsam als Kirche.

Das „Filstalpanorama“ von 1534 zeigt ein zwar sehr kleines Dorf, das aber mit seinen ziegelgedeckten Häusern durchaus von einigem Wohlstand zeugt. Nach einer Zeit der ruhigen Entwicklung brachen mit dem Aussterben der rechbergischen Hauptlinie, den Wirren der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg auch für Salach unruhige Zeiten an, die sich erst mit der Übernahme der Herrschaft durch den Grafen von Degenfeld wieder beruhigten. Pest, Hunger, Krieg und Belagerung hatten jedes Wachstum gelähmt. Erst nach 100 Jahren wurde wieder ein Einwohnerstand von 300 Menschen erreicht. Mit der Einführung der Reformation kam 1608 erstmals die Schule ins Dorf. Regelmäßiger Unterricht fand jedoch erst 1673/74 in den Räumen des Pfarrhauses statt. 200 Jahre später wurde das erste gemeindeeigene Schulhaus eingeweiht. Wegen der starken Bevölkerungszunahme wurde bereits 1909 ein weiteres Schulgebäude errichtet, benannt ab 1957 nach dem wohl bedeutensten Sohn des Ortes: dem Benediktinerpater Anselm Schott, der mit seinem 1884 herausgegebenen Volksmessbuch zum Begründer der katholischen Liturgieerneuerung wurde. Nach einer umfassenden Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist die Schottschule 1991 zum Rathaus - und zu einem der attraktivsten Verwaltungsgebäude im Kreis Göppingen- geworden.
Der Schulbetrieb mit Grund-, Haupt- und Werkrealschule wird in der 1955 eingeweihten - und inzwischen mehrfach erweiterten - Staufeneckschule durchgeführt.

Bis in die Neuzeit war Salach eine rein bäuerliche Ansiedlung, doch schon die Herren von Degenfeld ermöglichten 1768 die Gründung einer „Taback und Grapp-Fabrique“. Mit der Eingliederung ins Königreich Württemberg und mit der neuen Verwaltung durch Dorfschultheiß und Gemeinderat setzte sich früh im 19. Jahrhundert ein wirtschaftlicher Aufschwung fort. Bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts kamen täglich zahlreiche Pendler nach Salach, ebenso viele Fremdarbeiter, vor allem aus Italien. Zwischen 1800 und 1900 hatte sich die Einwohnerzahl verfünffacht. Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung entfaltete sich auch ein reges Vereinsleben. 1858 wurde als erster der Gesangsverein Salach gegründet, der heutige Liederkranz. Aus der 1856 entstandenen Musikkapelle des Fabrikanten Friedrich Bareiß entwickelte sich der Musikverein. Seit 1882 gibt es die TSG Salach. Bereits 1867 gab es eine Salacher Ortsfeuerwehr, mithin lange bevor die Gemeinden vom Land zur Gründung verpflichtet wurden.


 

Gedenktafel Pater-Anselm-Schott


Burgruine Staufeneck heute

Von den beiden Weltkriegen blieb die Gemeinde nicht verschont. Galten nach 1918 die Hauptanstrengungen der Linderung der wirtschaftlichen Nöte der Betroffenen, so mussten nach 1945 ein Strom von Flüchtlingen versorgt und ins Gemeindewesen integriert werden, obwohl es auch im Dorf selbst am Nötigsten fehlte. Mit Unterstützung der Industrie und mancher gemeinnützigen Einrichtung entstanden aus der Not heraus neue Wohngebiete. Ein wirtschaftlicher Aufschwung stellte sich ein.

Heute zeigt sich Salach mit 7.700 Einwohnern als modernes Gemeinwesen. Mit dem ersten gemeindeeigenen Kindergarten, der 1927 in der Lange Straße als Stiftung des Fabrikantenehepaars Bareiß eingerichtet wurde, sind zwischenzeitlich insgesamt vier Einrichtungen mit 13 Kindergruppen vorhanden. Bereits seit 1933 gibt es das „Schachenmayr-Freibad“ mit seiner unverwechselbaren attraktiven Anlage.

1993 konnte ein Komplex mit betreuten Altenwohnungen am Standort des ehemaligen Rathauses eingeweiht werden. 2000 folgte eine Erweiterung der Seniorenwohnanlage am Fougerollesplatz. Zahlreiche Vereine haben im Vereinshaus Weberstrasse eine neue Heimat gefunden. Ein Sportanlage mit Halle und Sportplatz bei der Schule steht zur Verfügung. Durch die Sanierungen „Ortmitte“ und „Alter Ortskern“ konnte die Ortsmitte neu gestaltet und geordnet werden. Die Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs sorgt im Ortszentrum für fließenden Verkehr. Mit der Ausweisung neuer Gewerbeflächen leistet die Gemeinde einen aktiven Beitrag zur Wirtschaftsförderung.

Als eine der ersten Gemeinden im Land setzte Salach unmittelbar nach Kriegsende ein Zeichen der Freundschaft durch die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Fougerolles im Department Haute Saône.

Seine Selbstständigkeit konnte sich Salach bei der ab 1969 vorgenommenen Gemeindereform dadurch bewahren, dass es mit seinen Nachbargemeinden Eislingen und Ottenbach einen Verwaltungsverband schloss. Schon vorher war die Gemeinde Zweckverbänden, wie etwa zur Trinkwasserversorgung und zur Abwasserbeseitigung, beigetreten.

Erinnerungen an die geschichtliche Entwicklung werden seit Sommer 2003 vom "Arbeitskreis Kleindenkmale" aufgearbeitet. Beispielhaft können hierzu das Sühne- und Bußkreuz als Denkmal mittelalterlichen Rechtsbrauchtums im 15. Jahrhundert, der Trinkspringbrunnen am Rathaus aus dem Jahr 1909 oder der Bürgerbrunnen auf dem Marktplatz aus dem Jahr 1985 genannt werden.


 

Bildserie Kleindenkmale


Sühnekreuz

Trinkspringbrunnen am Rathaus aus dem Jahr 1909

Wappen im Burghof


Copyright © 2006