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Sami unterwegs – Bürger fahren für Bürger

An 39 Haltestellen im Ort macht der Salacher Bürgerbus SAMI Station, um sie mitzunehmen. Machen Sie davon Gebrauch.

SAMI fährt an sechs Tagen die Woche:

Montag: nachmittags
Dienstag: vor- und nachmittags
Mittwoch: nachmittags
Donnerstag: nachmittags
Freitag: vor- und nachmittags
Samstag: vormittags

Der Bürgerbus fährt vormittags von 9.12 Uhr bis 11.52 Uhr und nachmittags von 14.12 Uhr bis 17.52 Uhr. Bei Nachmittagsfahrzeiten fährt der Bus in der Zeit von 18.11 Uhr bis 18.52 Uhr auf telefonische Anforderung.

Fahrtkosten:

0,50 Euro für Erwachsene und Jugendliche
0,25 Euro für Kinder (von 6-12 Jahren)

Besitzer eines gültigen Fahrscheins der OVG oder eines Zeitkartenpasses fahren kostenfrei.

Fahrpläne liegen im Rathaus und in zahlreichen Salacher Geschäften aus.


 

Salcher Bürgerbus startet durch

Unter dem Motto "Bürger fahren für Bürger" wird das innerörtliche Verkehrsangebot deutlich verbessert – Vorbildliches bürgerschaftliches Engagement zur Aufwertung des Wohn- und Einkaufsstandorts Salach

Der Salacher Bürgerbus hat nach rund zwei Jahren intensiver Vorbereitung Fahrt aufgenommen. Am Montag, 17. Februar 2003, um genau 9.09 Uhr startete der acht Sitzplätze umfassende Kleinbus von der zentralen Bushaltestelle an der Kreissparkasse zu seiner Jungfernfahrt durch die Gemeinde. Bürgermeister Bernd Lutz als einer der über zwanzig ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer hatte sich dabei bereit erklärt, die erste Tour zu übernehmen. Mit der symbolischen Übergabe des Fahrzeugschlüssels an die Verantwortlichen des Bürgerbusvereins erfolgte bereits zwei Tage früher, am Samstag, 15. Februar 2003, ab 11 Uhr im Salacher Rathaus der offizielle Startschuss für das erste Projekt dieser Art in Baden-Württemberg.

Mit Bürgerbusprojekt wird Neuland betreten

Mit der Realisierung des Bürgerbusprojekts wurde in Salach Neuland betreten. Denn nirgendwo in Baden-Württemberg existiert bislang ein durchweg auf ehrenamtlicher Basis betriebenes Angebot, mit dem das bestehende Busliniennetz entsprechend den örtlichen Bedürfnissen ergänzt und damit enger verknüpft wird. Ganz anders in den Niederlanden, woher diese Idee ursprünglich stammt, oder in Nordrhein-Westfalen, wo es mittlerweile eine Vielzahl solcher Projekte gibt, die sich dort zu einer tragenden Säule des dortigen ÖPNV-Angebots entwickelt haben.

Ehrenamtliches Engagement als Herzstück des Salacher Bürgerbusmodells

Und in der Tat bildet das bürgerschaftliche, ehrenamtliche Engagement das Herzstück des Salacher Bürgerbusmodells. Insoweit unterscheidet sich das Salacher Projekt deutlich von den Ortsbus-Ansätzen in anderen Städten und Gemeinden, in denen die Verkehrsleistungen oftmals gegen Rechnung von örtlichen Verkehrsunternehmen erbracht werden. "Unter dem Motto ‚Bürger fahren für Bürger‘ setzen wir in Salach bewusst auf das freiwillige Element, ist dies doch eines der ganz entscheidenden Erfolgskriterien für das Gelingen und die Akzeptanz dieses ergänzenden Verkehrsangebots", so Bürgermeister Bernd Lutz.

Wichtiger Beitrag zur Ergänzung des bestehenden Busnetzes

"Das Bürgerbusprojekt ist daher nicht nur für unsere Wohlfühlgemeinde Salach, sondern auch weit über die Ortsgrenzen hinaus ein wichtiger Impuls für eine von bürgerschaftlichem Engagement getragene, zukunftsweisende Ergänzung des bestehenden Netzes an öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Dank des vorbildlichen Einsatzes sämtlicher Mitglieder des Salacher Bürgerbusvereins, dank der großzügigen finanziellen Unterstützung des Landes Baden-Württemberg bei der Fahrzeugbeschaffung in Höhe von rund 46.000 Euro, und dank zahlreicher örtlicher Sponsoren ist es nun möglich, dieses bestechende Konzept im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger tatsächlich in die Realität umsetzen zu können", unterstreicht Bernd Lutz in diesem Zusammenhang die Bedeutung dieser aus der Lokalen Agenda 21 heraus entstandenen Initiative.

Beeindruckendes Beispiel für die Chancen bürgerschaftlichen Engagements

So wurden von allen Beteiligten insgesamt weit über 1.000 Stunden an freiwilliger Arbeit geleistet, um das Bürgerbusprojekt überhaupt bis zum nun unmittelbar bevorstehenden Betriebsstart entwickeln und vorantreiben zu können. "Dies ist eine wirklich beeindruckende Bilanz sowie ein vorbildliches Beispiel für die Möglichkeiten und Chancen bürgerschaftlichen Engagements zur aktiven Mitgestaltung unserer Wohlfühlgemeinde Salach", bringt das Gemeindeoberhaupt seinen Dank gegenüber Johannes Frey als Vorsitzendem und Dr. Harry Dobeschinsky als Geschäftsführer des Bürgerbusvereins stellvertretend für die vielen aktiven Mitstreiter zum Ausdruck.

Weitere Fahrerinnen und Fahrer herzlich willkommen

Die breite Unterstützung für das Bürgerbusprojekt innerhalb der Salacher Bevölkerung wird aber auch dadurch deutlich, dass es gelungen ist, über 20 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer vom Mitmachen zu überzeugen. Dabei wären es noch einige Freiwillige mehr gewesen, wäre die im Rahmen der für den Erwerb des Führerscheins zur Fahrgastbeförderung notwendigen medizinisch-psychologischen Untersuchung zu überspringende Hürde vom Verordnungsgeber nicht so hoch angesetzt gewesen. Deshalb stehen Verein und Gemeinde derzeit im engen Kontakt mit dem Ministerium für Umwelt und Verkehr, um hier noch zu gewissen Erleichterungen nach dem Vorbild der für Nordrhein-Westfalen geltenden Regelungen zu kommen. Verbunden damit natürlich die Erwartung, dass noch einige freiwillige Fahrerinnen und Fahrer ihre Bereitschaft zum Steuern des Salacher Bürgerbusses erklären.

Stundentakt zur nachhaltigen Verbesserung der innerörtlichen Mobilität

Ziel des Bürgerbusses ist es, zu einer nachhaltigen Verbesserung der innerörtlichen Mobilität in Salach beizutragen. Erreicht wird dies durch eine bedarfsgerechte Ergänzung des herkömmlichen Busliniennetzes, in erster Linie durch die Erschließung der Salacher Ortsteile, die vom regulären Linienverkehr bislang nicht oder nicht in ausreichendem Umfang bedient werden.

Busanbindung im bequemen Stundentakt

So wird der Bürgerbus auf seinem rund 7 Kilometer langen Ringverkehr montags bis freitags zwischen 14 und 18 Uhr im Stundentakt die insgesamt 38 Haltestellen, die alle zentral zu den verschiedenen Wohn- und Geschäftslagen eingerichtet werden, bedienen. Zusätzlich verkehrt der Bus am Montagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr sowie am Samstagvormittag im Zeitraum von 9 bis 13 Uhr. "Mit der dichten Haltestellenfolge wollen wir gewährleisten, dass die große Mehrheit der Salacherinnen und Salacher höchstens 200 Meter zu Fuß bis zur nächsten Haltestelle gehen muss", beschreibt Geschäftsführer Dr. Harry Dobeschinsky einen wesentlichen Grund für die hohe Attraktivität dieses Salacher Modells. Attraktiv ist aber nicht nur die Linienführung und der Zeittakt, sondern auch der Fahrpreis: Erwachsene zahlen pro Fahrt 0,50 Euro, Kinder sogar nur 0,25 Euro.

Einbindung der örtlichen Handels- und Gewerbebetriebe

Vor diesem Hintergrund ist auch bei den örtlichen Handels- und Gewerbebetrieben eine große Bereitschaft zu spüren, über Werbung bzw. Sponsoring ihren Teil zum Gelingen des Bürgerbusprojekts beizutragen. "So konnte der Großteil der insgesamt 36 zur Verfügung stehenden Werbeflächen auf dem FIAT-Kleinbus mittlerweile verkauft werden, so dass nur noch einige wenige frei sind", weiß der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Johannes Frey, in diesem Zusammenhang zu berichten. Dabei kann diese positive Resonanz unter den Gewerbetreibenden keineswegs überraschen: Denn durch eine enge verkehrsmäßige Verknüpfung der Einkaufsschwerpunkte mit den einzelnen Wohngebieten erwarten sich Gewerbetreibende und Gemeinde eine nachhaltige Verfestigung und Stärkung des Handels- und Dienstleistungsangebots in Salach.

Maßgeschneidertes Angebot gerade für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger

Über eine taktmäßige Anbindung der Bürgerbusse an die zentralen Verknüpfungspunkte von Bus und Bahn in der Salacher Ortsmitte trägt der Salacher Bürgerbus darüber hinaus dem Umstieg auf Linienbus oder Bahn in vorbildlicher Weise Rechnung. Aber auch gerade in ihrer Mobilität eingeschränkte Bevölkerungskreise wie beispielsweise die Seniorinnen und Senioren werden in besonderer Weise von diesem zusätzlichen Angebot profitieren. Dazu passt auch, dass die Gemeinde bei bestimmten runden Geburtstagen und Ehejubiläen Einkaufsgutscheine verschenkt, denen Gutscheine für die Benutzung des Bürgerbusses beigefügt sind. Insgesamt kommt dem Bürgerbus eine soziale, integrative sowie über den Faktor des ehrenamtlichen Engagements auch eine partizipative Funktion zu, die für das örtliche Leben und das damit verbundene Gemeinschaftsgefühl von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.

Bürgerbus soll sich wirtschaftlich selbst tragen

Über die erwarteten Fahrgeldeinnahmen (errechnet auf der Basis von 3.800 Fahrgästen jährlich) sowie den Einnahmen aus der Werbung auf den Fahrplänen, Fahrscheinen und dem Bürgerbus selbst sollen die Kosten des laufenden Betriebs in der Größenordnung von jährlich durchschnittlich knapp 9.000 Euro komplett abgedeckt werden. Unter den genannten Rahmenbedingungen trägt sich der laufende Betrieb des Bürgerbusses damit wirtschaftlich selbst. Für den Kauf des Fahrzeugs, die Einrichtung der Haltestellen sowie die ärztliche Untersuchung der ehrenamtlichen Fahrer wird allerdings eine einmalige Anschubfinanzierung erforderlich, zu der neben den bereits erwähnten Fördermitteln des Landes in Höhe von rund 46.000 Euro ein Zuschuss der Gemeinde Salach mit 2.500 Euro, Spenden und Eigenmittel des Vereins eingesetzt werden.

Appell zur intensiven Nutzung des neuen Bürgerbusangebots

"Nun liegt es an den Salacher Bürgerinnen und Bürgern, das neue Bürgerbusangebot intensiv zu nutzen und es auf diese Weise zu einem nachhaltigen Erfolgsmodell zu machen", so Bürgermeister Bernd Lutz.


 

Startschuss erfolgt

Impressionen vom Start des Bürgerbusses


Vorstandsmitglieder des Bürgerbusvereins mit Bürgermeister Bernd Lutz

 

 



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